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Ausge[o]fragt 01/13: Frankentrolle

Gut Ding will ja bekanntlich Weile haben und da ich die Antworten dieser Ausgabe für durchweg gute Dinger halte, habe ich mir diesmal mit der Veröffentlichung besonders viel Weile gelassen. Dass ein gewisser A(d)ward ebenfalls seinen Teil zu dieser Weile beigetrage haben soll halte ich für ein übles Gerücht…

GC-Name:

Frankentrolle

Home Location:

Wer den Gruß aus unseren Logs kennt, der ist schon auf dem richtigen Weg. Wer es noch genauer wissen will, dem sei gesagt, dass wir während unseres Studiums an der Steckrübenuni so ganz nebenbei noch bei den Morlocks die Blumen gießen können …

Entfernung des ersten Caches auf der Filter-Out-Finds-Liste:

Bei der heutigen Cachedichte eine sehr schwer zu beantwortende Frage. Da gibt’s im Abstand von wenigen Kilometern eine ganze Reihe von Caches, die uns noch fehlen. Bei manchen dieser Caches wird sich das aus verschiedenen Gründen auch so schnell nicht ändern. Eine Kletterausrüstung besitzen wir (noch) nicht, und eine längere Autofahrt zur Nordsee ist auch nicht in Planung. Aber wir haben schon noch vor, im Frühjahr links und rechts vom Spektrum mal nach dem Rechten zu sehen.

Unser

  • Lieblings-Tradi: Isla de la Munecas – Fantastisch, wie Sir Moby das mexikanische Vorbild hier als Cache umgesetzt hat. Für uns eigentlich der allererste Anwärter für den diesjährigen Cache-Award – er passt nur leider in keine der Kategorien so richtig hinein.
  • Lieblings-Multi:Hier fiel uns die Wahl besonders schwer. Gerade im Bereich zwischen Bad Rothenfelde und Borgholzhausen liegt bzw. lag ein ganzes Dutzend hervorragender Multicaches. Ob „Teutodiver“, „Papadisi“, „Karlchen Müller“ oder „Route6651“ – alles Garanten für einen kurzweiligen Nachmittag (auch wenn’s mal länger dauert). Da einige dieser Caches mittlerweile archiviert sind, haben wir uns wie folgt entschieden:
    „Route66 oder wie ein Schluck Wasser in der Kurve“ gleichauf mit „Mittelerde – Ein fantastischer Rätselmulti“
  • Lieblings-Mystery: Grundsätzlich gefallen uns diejenigen Mysteries am besten, bei denen auch der Outdoorteil noch einiges zu bieten hat bzw. diejenigen, bei denen Indoor- und Outdoorteil gut zusammenspielen. In diesem Zusammenhang fallen uns zuallererst die Mysteries von VH1derland und den Hüpfelhyänen ein. Unser absolutes Highlight ist und bleibt dabei der Cache „Sieben“ von den Hüpfelhyänen, insbesondere deshalb, weil hier auch Mamatroll (die sonst für Mysteries nicht viel übrig hat) einen großen Anteil an der Lösung hatte.

Unser erster Cache

Schölerberg am 07.11.2004.

Wie seid ihr zum Geocaching gekommen?

An einem Sonntagmorgen im November 2004 bei der Lektüre der NOZ vom Vortag stieß ich auf der Seite „Computer und Internet“ auf folgenden Artikel:

Geocaching: Auf der Suche nach der „Schatzkiste“

Normalerweise wurde diese Seite damals von mir auch schon mal schier überblättert, aber das Wort „GEO“ weckte berufsbedingt meine Aufmerksamkeit. So dauerte es nicht lange, und ich hatte alles notwendigen Informationen aus dem Internet zusammen, und bereits am gleichen Nachmittag fanden sich vier, ich nenne sie mal „Trolle in spe“ am Zooparkplatz wieder.

Ich glaube, dieses besondere Gefühl, einen Schatz zu suchen (und auch zu finden) war nie so intensiv, wie beim ersten Mal (mit der Zeit wird ja doch vieles zur Routine).

Detail zum Log könnt ihr hier nachlesen: (Anm. d. Red.: oder hier!)

Unser allererster Cache!
Natürlich sind auch wir durch den Artikel in der NOZ inspirriert worden. Aber was macht man ohne GPS-Gerät.
Da helfen nur:
– Ortskenntnis
– Laptop mit TOP50
– Spoilerbild

Die ersten beiden Stationen waren anhand der guten Ortskenntnis, – schließlich kommt Mamatroll (wobei gesagt werden muss, dass damals noch keiner von uns einen Frankentroll kannte – die traten erst viel,viel später in Erscheinung) vom Schölerberg , – kein Problem.
Aber dann?! Da hilft nur eins: Laptop raus, und die Zielkoordinaten im TOP5-NRW abgegriffen. Das ist zwar nicht sehr genau, aber es reicht, um das Ziel in der Nähe des alten ZOO-Eingangs auszumachen.
Jetzt hieß es nur noch, die betonierte Bank zu finden, die Peilung durchzuführen (mit Spielzeugkompass und Schrittmaß) und siehe da, da ist war er auch schon, der verräterische Doppelbaum.
Zum Suchen wurden die Kinder geschickt, während sich Papatroll (hieß damals natürlich auch noch nicht so) zufrieden auf der besagten Bank niederließ…

Diese Geschichte ist zwar jetzt schon ein paar Jahre her, aber ich kann mich noch genau an die Begeisterung erinnern, diesen Cache gefunden zu haben.
Am besten allerdings war dieses Gefühl, durch den Schölerberg zu gehen und auf einmal in jedem Spaziergänger einen potentiellen Schatzsucher zu sehen (schließlich hatten diesen Zeitungsartikel bestimmt alle Osnabrücker gelesen, und alle machten sich bestimmt wir auf, diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen!!!).

Was wir damals getauscht haben? Ich weiß es beim besten Willen nicht mehr!

Schöne Grüße von den Frankentrollen!

P.S.: Warum dieser Log „etwas“ verspätet kommt? Wir hatten das Listing damals von „navicache.com“ und haben uns erst sehr viel später bei „geocaching.com“ registrieren lassen.
Aber da der „DECAOS – CHADET – STRECKLÄUFER“ gerade Dr. Öper gefunden hat, bin ich beim Studieren seines Profils über diesen alten Schatz gestolpert. Und ich wollte ihm doch nicht auf alle Ewigkeit vorenthalten, dass wir durch ihn zum Cachen gekommen sind.
Der Zeitungsartikel hat natürlich auch eine Ehrenplatz in unserer „Cachermappe“.

Was war eurer bisher schönstes/abenteuerlichstes/ aufregendstes/spannendstes/positivstes/ ungeschicktestes Cacheerlebnis bei einem Cache in Osnabrück oder Landkreis Osnabrück?

Unser aufregendstes Erlebnis hatten wir vor über drei Jahren beim Cache „Glandorfs Alternative zur Glotze“. Wobei, eigentlich müsste es nicht „beim Cache“ sondern „nach dem Cache“ heißen. Wir waren wie so häufig mit den Fünf Fragezeichen auf sonntäglicher Multitour unterwegs. Der Nachwuchs beider Teams hatte schon damals nur noch geringes Interesse an der eigentlichen Suche, wusste sich aber immer irgendwie die Zeit während der Wanderung zu vertreiben. Vor allem konnten sie so ziemlich alles gebrauchen, was die Natur so hergibt: Kastanien, Maiskolben, Stöcker, etc. Auch dieses Mal konnte so allerlei Kleinkram in den eigens dafür mitgebrachten Tüten gesammelt werden. Da auch die vier „Senioren“ erfolgreich waren, ging es nach zwei Stunden gut gelaunt zurück nach Hütte.

Abends noch kurz und euphorisch geloggt – und damit war dieser Cache für uns Historie. Dachten wir …

Im Laufe der kommenden Woche klingelte dann sowohl bei den Fragezeichen als auch bei den Trollen das Telefon: „Polizei Georgsmarienhütte, es liegt eine Anzeige wegen Kürbisdiebstahls bei der Glandorfer Polizei vor. Ihr Autokennzeichen wurde dabei erkannt. Sie werden daher gebeten, kurzfristig auf dem Revier zu erscheinen, um eine Zeugenaussage zu machen.“ „Wie bitte? Was ist los? Ok, ich kann morgen früh vorbeischauen.“

Was war passiert? Eine Frau, vermutlich eine ehemalige Angestellte auf dem Bauernhof, von dessen Feldern die Kürbisse angeblich geklaut worden waren, wollte gesehen haben, wie diese in genau unsere Autos geladen wurden. In Summe ging es um zwei Kürbisse im Wert von zusammen ca. 4€.

So mussten also Inspektor Tradi und der Troll unabhängig voneinander innerhalb der Woche auf der Polizeiwache erscheinen, um eine Aussage zu machen. Ohne dabei zu detailliert auf unser Hobby einzugehen, berichteten wir dem Beamten von unserem Familienausflug, von Kindern mit Tüten, welche Kastanien gesammelt hatten, und dass wir NATÜRLICH keine Kürbisse gepflückt hatten (hatten wir auch wirklich nicht). Ich will nicht unerwähnt lassen, dass die ganze Aktion auch dem Polizeibeamten sichtlich unangenehm war, auch wenn er das natürlich nicht zugeben durfte. Und wie zu erwarten, haben wir danach nie mehr was von der ganzen Sache gehört, was bedeutet, dass das Verfahren wohl eingestellt worden war.

Welches war die letzte Anschaffung für eure Cacherausrüstung?

Gefütterte Gummistiefel samt Regenhose/-Jacke, um auch in der dunklen und nassen Jahreszeit nicht aufgrund der schlechten Witterung auf die Dosesuche verzichten zu müssen.

Gibt es einen Cache, den ihr unbedingt einmal machen wollt oder eine Region in der ihr gerne einmal Dosen suchen wollt?

Im Raum Osnabrück steht Otterlend 2 schon seit Jahren auf unserem Dosenplan, keine Ahnung, warum sich das so lange hinzieht. Ansonsten sorgen beim männlichen Troll regelmäßige Kurztrips mit goebo und Inspektor Tradi nach Neufünfland dafür, dass der Hunger nach Lost Places hin und wieder gestillt wird.

Könnt ihr euch vorstellen, irgendwann einmal mit dem Cachen aufzuhören?

Das ist nicht auszuschließen. Zumindest die Locations scheinen ja doch fast alle ausgeschöpft zu sein. Mittlerweile definiert sich ja die Qualität der Caches mehr über die Kreativität der Stationen bzw. über die Cachebehälter. Besonders die Cachebehälter sind allerdings zurzeit nicht selten ganz großes Kino.

Ich will mal so sagen: Spätestens wenn ich zum fünften Mal eine Dose aus einem Baum am Hannoverschen Bahnhof gepflückt habe, werde ich mal darüber nachdenken, mein Garmin an den Nagel zu hängen.

Bei welchem Cache habt ihr euch besonders schwer getan, evtl. mehrere Anläufe benötigt oder zunächst sogar einen DNF geloggt?

Dass dieses der Cache Plümers Turm war, ist bestimmt für manchen Cacher aus der Region nicht überraschend. Bei uns waren es geschätzte 5 Anläufe – und im Endeffekt waren es nicht mal wir selbst, die den Cache entdeckten, sondern unsere Begleitung Inspektor Tradi, für den das der erste Anlauf war.

Da wir das Versteck gleich beim ersten Anlauf als solches ausgeschlossen hatten, wären wir hier wohl nie zum Ziel gelangt.

Welches war eurer bisher ärgerlichste Situation in der ihr euren Stift vergessen Stift?

Grundsätzlich ist das ja heutzutage kein Problem, da in der Regel auch Fotologs von den Ownern akzeptiert werden. Stress hatte ich dann allerdings doch mal bei einem Abwasserrohrcache in Dortmund, bei dem man vom Einstieg bis zur Dose ca. 100m in gebückter Haltung eine Schnellstraße unterqueren musste. Nachdem ich den Nano am Final gefunden hatte, stellte ich fest, dass ich keinen Stift dabei hatte. In dem (Irr-)glauben, diesen beim Einstieg verloren zu haben, ging ich dorthin zurück. Dort war nichts zu finden, und so musste ich dann doch mein Handy für einen Fotolog bemühen. Aber die insgesamt 400m in gebückter Haltung gingen doch ganz schön auf die Oberschenkel.

Was ist für euch am Geocachen besonders faszinierend?

Da gibt’s natürlich viele Gründe. Aber das Besondere ist für uns, dass man dieses Hobby ohne großen Aufwand und Kosten immer und überall betreiben kann. Egal, wann man wohin fährt, (der Urlaub, das Fußballturnier der Kinder, der Besuch bei Freunden oder Verwandten, die Mannschaftsfahrt), die PocketQuery ist immer mit dabei, und als Geocacher ist man der erste, der sich vor Ort auskennt.

Wenn Du heute noch einmal einen von deinen Caches verstecken würdest, was würdest du heute anders machen?

Schwierig zu sagen. Es gibt immer Verbesserungsmöglichkeiten. Und nicht selten denke ich bei anderen Caches, „Geil! Warum fällt mir so etwas nicht?“, oder „Wie kriegt man so etwas hin?“. Aber wie heißt es so schön: „Schuster, bleib bei deinen Leisten“. Will sagen: Wir sind keine großen Bastler oder Elektriker. Deswegen wird man von den Frankentrollen auch keine technisch aufwändigen Caches erwarten können. Der Schwerpunkt wird immer auf der Location und der Story bzw. den Rätseln liegen.

Ändern würde ich aber auf jeden Fall unseren Cache Am Fluss der Monstermultis. Ein paar mehr Stationen wären hier definitiv angebracht, zumal die Wegbeschreibung mit den Bilderrätseln ja auch eine ganz witzige Sache ist.

Gab es einen Cache in der Region bei dem du dich geärgert hast, ihn nicht besucht zu haben bevor er archiviert wurde?

Das war ganz klar The Ring von Wikinger81. Der Cache orientierte sich inhaltlich an dem gleichnamigen Horrorfilm, in dem ein Brunnen und sein grausiges Geheimnis eine zentrale Rolle spielen. Bei dem Cache lag das Final in einem Brunnen im Inneren eines seit Jahren leerstehenden Gebäudes, ganz bei uns in der Nähe. Ein Lost Place par excellence! Zum Heben der Dose benötigte man allerdings Kletterausrüstung. Da wir selbst keine besitzen, hatten wir geplant, diese Aktion zusammen mit den Teutodivern durchzuführen. Doch einen Tag nachdem wir einen Termin für diese Aktion ins Auge gefasst hatten, rollten die Abrissbagger an.

Bevor ich mich an dieser Stelle wie üblich verabschiede, möchte ich noch einmal auf das eingangs erwähnte „gut Ding“ zu sprechen kommen. Diese Ausgabe von ausge[o]fagt hat mir persönlich besonders gut gefallen, was einzig und allein den ausführlichen Antworten der Frankentrolle zu verdanken ist! Vielen Dank fürs Mitmachen – selten hatte ich „Gesprächspartner“ die ihre Antorten so ausführlich formuliert und mit Verweisen versehen haben wir bei euch!

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